
DIE BEDEUTUNG VON MAIS FÜR DAS OBERRHEINGEBIET,
JETZT UND IN ZUKUNFT
Ein Wirtschaftszweig von Gewicht
Bevor er die Maiswirtschaft im Oberrheingebiet erklärt, stellt dieser Themenschwerpunkt erst einmal die Bedeutung von Mais in Europa und weltweit dar: Mais ist die bedeutendste Kultur, die auf allen Kontinenten und in (fast) allen Breitengraden angebaut wird.
Im Oberrheingebiet bieten die Böden, das Klima die Wasserversorgung, das große Können der Landwirte, die effizienten Informationskanäle und die Verarbeiter in der Region die natürlichen Voraussetzungen für ein dichtes soziales und ökonomisches Netzwerk, in das heute alle Ebenen der Wertschöpfungskette im Oberrheingraben eingebunden sind. Mais nimmt in der Wirtschaft des Oberrheingebiets unbestreitbar einen bedeutenden Platz ein.
Die verschiedenen Akteure in der Wertschöpfungskette (Landwirte, landwirtschaftliche Lohnunternehmer, Warenspediteure, Handel und Genossenschaften, Betriebsmittellieferanten, Futtermittelhersteller, Griesmühlen, Stärkefabrikanten, Ethanolproduzenten) werden vorgestellt, u.a. durch einen Film, von dem die ersten Bilder bereits auf www.euromais.fr angeschaut werden können. Das Elsass und Baden-Württemberg können sich rühmen, die einzige Region zu sein, die alle Arten von Erstverarbeitern von Mais beherbergt. Deshalb «haben wir alle Freunde, Bekannte und Verwandte, die direkt oder indirekt von Mais leben.». Hier spielt der Mais eine erstrangige soziale Rolle.
Die Buchführungsabteilungen der Landwirtschaftskammern des Ober- und Unterelsass werden die seit 2006 ermittelten Gestehungskosten und Betriebseinkommen kommentieren. Mais bleibt trotz einem deutlichen Anstieg der Produktionskosten und trotz rückläufiger Verkaufserlöse und Prämienzahlungen (seit 1986 inflationsbereinigt um 120 € im Elsass) die konkurrenzstärkste Kultur im Ackerbau. Es ist verständlich, dass die im Rahmen des ‘Health-Check der Gemeinsamen Agrarpolitik’ in Frankreich geplanten Änderungen die Landwirte beunruhigen und sie um ihre Einkommen fürchten lassen.
Im Mittel der Jahre 2006 - 2008 ist das Betriebseinkommen je Hektar Körnermais höher als das von anderen Mähdruschfrüchten :
für Mais mit Beregnung gegenüber Soja mit Beregnung 380 € höher im Elsass und 246 €
höher in Baden-Württemberg
für Mais ohne Beregnung gegenüber Winterweizen bzw. Winterraps ohne Beregnung um
117 € bzw. 378 € höher im Elsass und um 51 bzw. 33 € höher in Baden-Württemberg
Zur Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich werden diese Ergebnisse mit denen von anderen Ländern (USA, Argentinien, Ungarn) verglichen, deren Vor- und Nachteile im Anschluss an im Sommer 2009 stattfindende Studienreisen vorgestellt werden.
Nachdem die Kosten der Mechanisierung fast ein Viertel der Gesamtkosten ausmachen, werden die Kosten von 4 typischen Betrieben im Detail analysiert. Bei dieser Station wird mit Compéti-LIS® auch eine Entscheidungshilfe demonstriert, die es den Besuchern ermöglicht, die Ansatzpunkte für eine Verbesserung ihrer eigenen Situation aufzuspüren.