
Mais und die Umwelt
Der Mais verbraucht 12 - 14% des jährlich im Elsass geförderten Wassers
Wie jede Kultur benötigt der Mais Wasser. Entgegen der landläufigen Vorstellung zählt Mais zu den Pflanzen, die am wenigsten Wasser je produzierter Dezitonne Kornertrag benötigt. Der größte Wasserbedarf ist im Sommer. Deshalb wird beregnet.
Der Oberrheingraben verfügt über ein immenses Grundwasserreservoir von 35 - 50 Mia. m³ allein auf der elsässischen Seite. Im Elsass werden davon jährlich 500 Mio. m³ gefördert, davon 70-75 Moi. m³ für die Beregnung in der Landwirtschaft, das sind 12-14% der Gesamtmenge! Im Rheintal herrscht keine Wasserknappheit. Lediglich in der Vorbergzone ohne Grundwasser kann es bei der Wasserentnahme aus Bächen zu Nutzungskonflikten kommen.
Der Anteil von Mais an der Beregnungsfläche liegt im Elsass fast bei 90%, das sind 52.000 ha.
Obwohl es keine Ressourcenknappheit gibt, steht die Beregnungssteuerung auf der Tagesordnung. EUROMAIS stellt mehrere Hilfen für die Steuerung der Beregnung vor: Den Beregnungsdienst der Landwirtschaftskammern, die IRRINOV®-Methode von ARVALIS sowie Messinstrumente wie Tensiometer, kapazitive Sonden und andere Feuchtigkeitsmesser.
Die gute Praxis der Wassernutzung verlangt auch die Auswahl der geeigneten Beregnungstechnik. Eine Demonstration verschiedener Anlagen zeigt u.a. auch eine Wasserpumpe mit regulierbarer Drehzahl, die es ermöglicht, die Menge und den Druck an die eingesetzte Technik anzupassen. Das spart Wasser und Energie.
Was die Energieeinsparung anbelangt gibt es auch eine Beregnungsanlage zu sehen, deren Energieversorgung ausschließlich von Solarzellen gewährleistet wird und damit die Aussicht auf weitere Energieeinsparungsmöglichkeiten eröffnet!
Mais und Umwelt
Im Untergrund des Oberrheingrabens befindet sich eines der größten Grundwasservorkommen Europas. Daraus erfolgt auch die Wasserversorgung von ¾ aller Elsässer und Badener. Dieser Grundwasserleiter ist empfindlich und stellenweise mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln belastet. Andererseits besteht in den Hügellandschaften am Rande der Rheinebene die Gefahr von Bodenerosion, die nach Gewitterniederschlägen auch zur Verschlammung von Ortschaften führen kann. In beiden Fällen wird die Landwirtschaft im Allgemeinen und der Mais im Besonderen dafür verantwortlich gemacht.
An der Station «Mais und Umwelt», zeigen wir die genauen Wirkungszusammenhänge bei diesen Fragen auf und stellen die in den letzten 20 Jahren in der Landwirtschaft entwickelten technischen Lösungen vor, die eine Reduzierung dieser Belastungen erlauben.
Zum Beispiel wird gezeigt, wie sich die Stickstoffdüngung am besten an den Bedarf der Kulturen anpassen lässt, damit möglichst wenig Nitrat ausgewaschen wird. Demonstrationen von Versuchsparzellen und Geräten (Spritzen, z.T. kombiniert mit Hacken) zeigen, welche Verfahren zur Reduzierung des Pflanzenschutzmittelaufwands in Frage kommen und welche Ertragsrisiken damit möglicherweise verbunden sind. Ein Schaubeet mit verschiedenen Zwischenfrüchten zur Nitratbindung zeigt verschiedenen Möglichkeiten, wie sich der Schutz des Grundwassers mit einer Strukturverbesserung des Bodens oder einer zusätzlichen Futtergewinnung verbinden lässt. Außerdem kann an einem aufgegrabenen Bodenprofil das Arbeitsergebnis verschiedener pflugloser Bodenbearbeitungsverfahren betrachtet werden, mit denen sich die Erosionsgefahr vermindern lässt.
Die ökologischen Herausforderungen des Maisanbaus in der Rheinebene sind groß, doch die Landwirte greifen sie auf, indem sie ihre Produktionsverfahren anpassen. Diese Entwicklung braucht Zeit: Sie hat bereits begonnen und wird weitergehen, damit Maisanbau und Umwelt versöhnt werden.