
Mais, Pflanze des Fortschritts:
von den Ursprüngen zur Biotechnologie
Hieronymus Bock und Leonhart Fuchs, zwei deutsche Botaniker, beschrieben Mais schon vor Mitte des 16. Jahrhunderts zum ersten Mal in Deutschland.
Eine Beschreibung des Anbaus im Elsass und der Pfalz findet sich in der 1757 in Berlin erschienenen ‚Abhandlung vom Bau und Nutzen des Türkischen Weizens von George Ludewig Winter. Die genetischen Ursprünge der in Nordeuropa angebauten Maispopulationen wurden vor kurzem von einem Genetiker der INRA und einer Historikerin des CNRS untersucht. Biomolekulare Verfahren haben Gemeinsamkeiten zwischen den Populationen des Elsass und von Deutschland mit dem von Jacques Cartier aus Nordamerika eingeführten Mais der Indianer aufgedeckt. Mais ist schon seit langem Bestandteil des kulturellen Erbes des Elsass.
Mais, eine Pflanze in ständiger Weiterentwicklung
Wie in einem Museum zeigt EUROMAÏS 2009 diese beeindruckende Entwicklung anhand einer großen Sammlung von Sorten: 13 Populationen seit dem «Urahn» (Teosinte), 15 Sorten, die für die letzten 50 Jahre seit der Einführung von Hybridsorten prägend waren und die aktuellen Sorten des Jahres 2009, die immer ertragreicher und robuster werden.
Mais, Hybride der Zukunft
Der genetische Fortschritt bei Mais schreitet seit den ersten Hybriden ständig fort : die Sorten werden immer ertragreicher und robuster. Die Besucher können ganz konkret sehen, wie Sorten gezüchtet werden und wie Mais-Saatgut produziert wird:
- Herstellung eines Einfach-Hybriden mit seinen Eltern (männl. bzw. weibl. Inzuchtlinien),
- Demonstration der mechanischen Entfahnung,
- Darstellung der Saatgutproduktion auf Postern, die von Fachleuten erläutert werden,
- Qualität und Vorzüge des Saatguts vom Oberrhein
Mais, eine Pflanze voll genetischer Vielfalt
Die Schaubeete zeigen auch ein großes Spektrum an Besonderheiten, die auftreten können: Erdbeermais, Pop-Corn-Mais, Buntmaise, Süßmais, Zahnmais, Rundmais, Mischformen, ...
Die Dynamik der Biotechnologien
Die Biotechnologien bringen inzwischen schon anwendbare Ergebnisse für die Landwirtschaft. Die Experten von EUROMAÏS zeigen auf eine sehr pädagogische Art und Weise, welche Informationen die Chromosomen enthalten. Wie lassen sie sich lesen und nutzbar machen? Ziel ist es, so einfach wie möglich darzulegen, woraus das Mais-Genom besteht und wie man von der Theorie zur Praxis kommt. Drei Arten von Anwendungen werden vorgestellt :
ARVALIS - Institut du végétal und das LTZ Augustenberg zeigen im übrigen Ergebnisse ihrer Arbeiten über die Ausbreitung und Rückverfolgbarkeit von Pollen, die Rückschlüsse erlauben, unter welchen Bedingungen eine Koexistenz von GVO und nicht-GVO-Kulturen möglich ist.